Naturkindergarten: Gemeinde Eschenbach

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Naturkindergarten

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Naturkindergarten in Eschenbach

Die Nachfrage nach Kindergartenplätzen – vor allem für Kinder über drei Jahre – übersteigt in absehbarer Zeit die vorhandenen Kapazitäten in den beiden Kindertageseinrichtungen in Eschenbach. Um die Zukunft des KITA-Standorts Eschenbach zu sichern und optimale Rahmenbedingungen für die Betreuung von KITA-Kindern in Eschenbach zu schaffen, hat die Gemeindeverwaltung eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Erzieherinnen, Vertreterinnen der KITA-Elternschaft, Mitgliedern des Gemeinderats und Fachleuten ins Leben gerufen.

Damit die Betreuungskapazitäten für Kindergartenkinder über drei Jahren relativ kurzfristig verbessert werden kann – und auch, weil man von diesem alternativen Angebot zur Erweiterung der vorhandenen Betreuungskonzepte an sich überzeugt ist -, hat die Arbeitsgruppe vorgeschlagen, einen Naturkindergarten als zusätzliches KITA-Angebot in Eschenbach zu etablieren.

Wie stehen Sie zu einem Naturkindergarten?
Der Gemeinderat und die Gemeindeverwaltung stehen dem Vorschlag eines Naturkindergartens in Eschenbach sehr positiv gegenüber. Bevor aber Entscheidungen getroffen werden, möchten wir die Bürgerinnen und Bürger und vor allem die Eltern in die Überlegungen zum Naturkindergarten einbeziehen, wichtige Informationen zum Naturkindergarten liefern und auch das mögliche Interesse an einer solchen Kindergartenform abfragen.

Alle wesentlichen Informationen zum Projekt Naturkindergarten finden Sie auf dieser Webseite. Auch unseren digitalen Dorfplatz nutzen wir. Und selbstverständlich werden wir Sie auch über das Mitteilungsblatt auf dem Laufenden halten.

Sie sehen, das Projekt ist uns wichtig und wir möchten Sie optimal einbinden. Informieren Sie sich, bilden Sie sich eine Meinung und bringen Sie sich ein!



Infoabend Naturkindergarten am 13.07.2021

Schnell informieren - die wichtigsten Informationen zum Naturkindergarten

Was ist ein Naturkindergarten?

Naturkindergärten sind ganz normale Kindergärten, in denen die Kinder spielen, lernen, basteln, toben und singen. Der Unterschied zum Regelkindergarten besteht darin, dass der Kindergartentag im Naturkindergarten draußen in der Natur stattfindet. Das bewirkt, dass sich Kinder in der Natur besser bewegen, spielen und lernen können und zudem bereits in jungen Jahren ein Bewusstsein für ökologische Zusammenhänge entwickeln. In Deutschland gibt es mittlerweile mehr als 1.500 Natur- und Waldkindergärten.

Die meisten Natur- und Waldkindergärten haben einen Bauwagen oder eine kleine Hütte, hier haben sie ihr Material gelagert und können sich bei sehr schlechtem Wetter zurückziehen. Für Unwetterlagen wird ein Schutzort in einem festen Gebäude (z.B. in einem der kirchlichen Gemeindehäuser) vorgehalten.

Natürlich gelten auch im Naturkindergarten die Standards und Vorgaben des Orientierungsplans für Bildung und Erziehung für die baden-württembergischen Kindergärten. So wird sichergestellt, dass auch die Kinder im Naturkindergarten optimal für die Grundschule vorbereitet werden.


Warum ein Naturkindergarten?

In der Kindheit von heute gehen finden echte Naturerfahrungen immer seltener Stadt – das gilt für Kinder aus der Stadt aber auch für Kinder aus eher ländlichen Bereichen gleichermaßen. Das Fehlen von Aktions- und Bewegungsräumen, die Institutionalisierung der Kindheit und stetig steigenden Medienkonsum führen regelreicht zu einer Entfremdung der Kindheit von der Natur.

Dabei ist die Natur der optimale Bewegungs-, Aktions- und Bildungsraum für Kinder. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, wie eng die motorische und die geistige Entwicklung miteinander verknüpft sind. Durch die Bewegungserfahrung in der Natur lernen die Kinder nicht nur ihre Umgebung, sondern auch sich selbst intensiv wahrzunehmen und können Risiken besser abschätzen.

Im Naturkindergarten wird diese Erfahrung wieder möglich: Kinder entdecken dort die Welt druch aktives Handeln. Aus pädagogischer Sicht geht es vor allem darum, den Kindern etwas zuzutrauen. Sie dürfen auf Bäume klettern und auch „gefährliche“ Dinge ausprobieren. Durch diese Erfahrungen lernen die Kinder ihre eigenen Grenzen besser kennen und stärken gleichzeitig ihr Selbstbewusstsein.

Das Lernen in der Natür fördert auch die sozialen und sprachlichen Kompenten der Kinder.
Naturefahrung erfordert gegenseite Unterstützung und Kooperation und dadurch, dass in Naturkindergärten auf konventionelles Spielzeug verzichtet, müssen die Kinder sich viel häufiger über die Bedeutung und Funktion von Gegenständen sowie über das Spielgeschehen austauschen und untereinander verständigen.

Wie könnte eine Umsetzung für Eschenbach aussehen?

Die Arbeitsgruppe zur Zukunft des KITA-Standorts Eschenbach hat bereits konkrete Überlegungen zum Naturkindergarten in Eschenbach angestellt. Die wichtigsten Informationen haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Möglicher Standort: Die Arbeitsgruppe schlägt den ehemaligen Grillplatz am Kuhnberg als Ort für den Naturkindergarten vor. Das Gelände dort ist sehr vielfältig und bietet mit Wiesen, Streuobstwiesen, Bach und Wald tolle Natur-Erfahrungsräume. Auch ist das Gelände sehr gut zu erreichen. Das Thema „Verkehr“ muss aber nochmals besprochen werden.


Anzahl Kinder und Betreuungszeiten: Zunächst soll eine Naturkindergartengruppe mit maximal 20 Kindern im Alter von 3 bis 6 Jahren entstehen. Für die Betreuung der Kinder hat die Arbeitsgruppe 2 Erzieher*innen und eine zusätzliche Begleitperson (z.B. FSJ-Kraft) vorgeschlagen. Die Betreuungszeiten im Naturkindergarten sollen von 7:30 Uhr bis 13:30 Uhr angeboten werden. Das entspricht der verlängerten Öffnungszeit (VÖ). Die Arbeitsgruppe kann sich eine Gleit-Bringzeit von 7:30 bis 8:30 Uhr und eine Gleit-Abholzeit von 12.30 bis 13:30 Uhr vorstellen.

Bauwagen als Unterkunft: Als Unterkunft für die Naturkindergartengruppe soll ein Bauwagen dienen. Es gibt mittlerweile Hersteller, die sich auf die Produktion Naturkindergarten-Bauwägen spezialisiert haben. Solche Bauwägen sind groß genug, damit die Kinder und Erzieher*innen bei schlechtem Wetter unterkommen können. Der Bauwagen für Eschenbach wird auch über eine Toilette, Waschbecken und eine Heizung verfügen. Ein Strom- und Wasseranschluss ist dafür nicht zwingend erforderlich. Für Eschenbach kämen die Bauwagenmodelle „DAGOBERT“ und „FRIEDA“ des Herstellers FINKOTA in Frage.

Träger des Naturkindergartens: Die Gemeinde Eschenbach würde die Trägerschaft für den Naturkindergarten übernehmen. Damit ist die Gemeinde auch für alle Genehmigungen, für die Einstellung des Fachpersonals und die Erstellung des pädagogischen Konzepts, das gemeinsam mit den Erzieher*innen erarbeitet wird, zuständig.


Notunterkunft für Unwetterlagen: Sollten Unwetter aufziehen, werden die Kinder und Erzieher*innen auch ein festes Gebäude als Notunterkunft nutzen können. In Eschenbach könnten dafür die kirchlichen Gemeindehäuser genutzt werden. Dazu werden mit den Einrichtungsträgern noch Gespräche geführt.

Gebühren: Ein Platz im Naturkindergarten wird genau so viel kosten wie ein vergleichbarer Platz in einem Regelkindergarten in Eschenbach

 

Interessensabfrage Naturkindergarten und Arbeitsgruppe Spielplatzkonzeption

fileadmin/Dateien/Dateien/Downloads/Kindergärten/r_IDN_Formular_Interesse_Infoabend_V3.pdf

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Naturkindergärten in der Nachbarschaft

Auch in den umliegenden Städten und Gemeinden erfreuen sich Natur- und Waldkindergärten einer immer größeren Beliebtheit. Hier einige Beispiele:

Naturkindergarten Eulennest, Heiningen

Natur- und Waldkindergarten Gingen an der Fils

Waldkindergarten Ameisenstraße, Eislingen

Naturkindergarten Göppingen

Noch mehr Informationen zum Naturkindergarten – die FAQs helfen weiter

Wenn Sie noch weitere Fragen zum Naturkindergarten haben oder tiefer in die Thematik einsteigen möchten, schauen Sie sich die FAQs zum Thema an. Hier liefern wir weitere Informationen bzw. beantworten Fragen, die im Zusammenhang mit Naturkindergärten häufig auftreten.

Wie gut werden die Kinder im Naturkindergarten auf die Schule vorbereitet?

In Studien gibt es keinerlei Hinweise darauf, dass Waldkinder eine schlechtere Schulfähigkeit haben als Regelkindergarten-Kinder. Im Gegenteil: Viele Lehrkräfte beschreiben ehemalige Waldkinder als motivierter, ausgeglichener und konzentrierter als durchschnittliche Schüler. Kinder im Naturkindergarten sind viel mehr auf gegenseitige Hilfe angewiesen. Dies wirkt sich positiv auf die Kooperations- und Teamfähigkeit und somit auf das Sozialverhalten der Kinder aus. Waldkinder fügen sich im Durchschnitt leichter in Gruppen ein, sind rücksichtsvoller, lösen auftretende Konflikte friedlicher und zeigen deutlich weniger aggressives Verhalten.

Was können Kinder in der Natur lernen?

Befürchtungen, dass Kinder im Naturkindergarten nicht genug lernen, haben sich als haltlos erwiesen, wie Studien zeigen: Die Natur-/Waldkindergarten-Kinder waren in ihrer Entwicklung sogar eher weiter als die Kinder, die einen Regelkindergarten besucht haben. Der Naturraum bietet alles, was in den Bildungsplänen den Konzeptionen der Kindergärten vorgeschrieben ist.

Ist die Natur für Kinder nicht gefährlich?

Die Natur bringt andere Herausforderungen mit sich als das Außengelände eines klassischen Kindergartens. Aus diesem Grund gibt es Verhaltensregeln, die für alle nachvollziehbar sind und an die sich alle halten müssen.
Im Wald bzw. in der Natur passieren in der Regel sehr wenige Unfälle. Durch die viele Bewegung in der freien Natur werden die Kinder in ihrer Motorik sicherer und lernen Herausforderungen besser einzuschätzen. Zudem wird die Wahrnehmung der Kinder durch die besonderen Gegebenheiten des Waldes und der Natur immer feiner und sie lernen, ihre eigenen Grenzen selbst einzuschätzen.

Stellt der Bach eine besondere Gefahr dar?

Der Bach, der Weg zum Bach und das Spielen am Bach können als aktive Programmpunkte der Gruppe im Tagesablauf angeboten werden. Schutzmaßnahmen (z.B. einen Zaun), die den individuellen Zugang zum Bach unterbinden sind möglich und werden i.d.R. bei entsprechender Nähe ergriffen.

Sind Kinder häufiger krank, wenn sie bei Wind und Wetter draußen sind?

Nein! Kinder in Naturkindergärten stärken durch den langen Aufenthalt an der frischen Luft ihr Immunsystem. Krankheiten, die in geschlossenen, geheizten Räumen schnell weitergegeben werden, bleiben im Wald bei einzelnen Kindern. Nachweislich ist der Krankenstand in Regelkindergärten bei 8% – in Natur-/Waldkindergärten hingegen bei nur 2,8%.

Müssen Kinder in Natur- und Waldkindergärten geimpft sein?

Die Impfpflicht in Deutschland bezieht sich allein auf die Masernschutzimpfung. Weitere Impfungen werden vom RKI zwar grundsätzlich empfohlen – je nach Altersstufe. Verpflichtend sind diese jedoch nicht.

Wo gehen die Kinder aufs Klo?

Der angedachte Bauwagen für eine möglichen Naturkindergarten in Eschenbach wird über eine Toilette (Trocken-/Kompost- bzw. Camping-Toilette) verfügen. Auch ein Waschbecken und Wasser wird es geben. Wasser kann über einen Wassertank zur Verfügung gestellt werden. In anderen Naturkindergärten ist es durchaus üblich, dass das Wasser in Kanistern von Eltern mitgebracht wird (Wassertaxi). Es gibt auch Naturkindergärten ohne Toilette. Dann werden im Wald spezielle „Klo-Plätze“ eingerichtet. Für das Verhalten dort werden Regeln aufgestellt.

Gehen die Kinder wirklich bei jedem Wetter raus?

Die Kinder sind in jeder Jahreszeit draußen. Die Gruppe sucht bei extremen Bedingungen natürlich Schutzräume (s.o.) auf. In der Regel haben die Kinder mit der Witterung meist weniger Probleme als die Eltern, z. B. bietet ein Regentag oft viel Spaß beim Erkunden.

Hat der Naturkindergarten das ganze Jahr geöffnet?

Ja, da unterscheidet sich der Naturkindergarten nicht von einem Regelkindergarten. Natürlich gelten im Naturkindergarten auch die üblichen Schließ- und Ferienzeiten.

Was ziehen die Kinder im Naturkindergarten an?

Die Kinder müssen der Jahreszeit entsprechend ausgestattet werden. Je nach Entwicklung des Wetters ziehen die Kinder dann weitere Kleidung aus (z. B. den zu warmen Pullover) oder an (z. B. die Regenjacke oder die Sonnenmütze). Dieses Zwiebelschalen-Prinzip hat sich bestens bewährt. Klar, die muss Kleidung angeschafft und auch ständig überprüft werden.

So könnte eine Grundausstattung aussehen:

Sommer: Lange Hose, Sweatshirt langärmelig, Kopfbedeckung (UV-Schutz) und feste Stiefel. Helle Kleidung bevorzugen, hier sieht man Insekten/Zecken besser.

Bei Regen: wetterfeste Kleidung, gutes Schuhwerk, Buddelhose aus wasserdichtem, robustem Material, Regencape und Regenmütze.

Gegen Kälte: auch hier hilft das Zwiebelschalen-Prinzip – mehrere dünnere Kleidungsstücke aus hochwertigen Materialien übereinander.

Bei Schneelage sind Schneehosen (Overalls etwas schwierig bei eiligem Pipi) angemessen.

Allgemein: feste geschlossene Schuhe (Wander-, Winter- und Gummistiefel mit Profil). Bei der Kleidung Kordeln vermeiden, hier sind Klettverschlüsse zu bevorzugen.

Vermissen die Kinder im Naturkindergarten das Spielzeug?

Nein, die Kreativität der Kinder ist riesig und die Natur bzw. der Wald bieten genügend Spielmaterialien. Wenn man die Kinder beobachtet, sieht man schnell: Mehr braucht es gar nicht, die Natur bietet mehr als genug Materialien für die Ideen der Kinder.

Wie sieht der Tagesablauf in einem Naturkindergarten aus?

Wir haben Ihnen hier beispielhaft den Tagesablauf des Naturkindergartens Eulennest in Heiningen dargestellt. 

07.30 – 09.30 Uhr              Ankommenszeit im Wald (Die Kinder müssen bis 8.30 Uhr da sein)

                                           Zeit für        … Übergabegespräche

                                                               … freies und selbstgesteuertes Spiel

                                                               … kleinere Freispielangebote

                                                               … Naturbeobachtungen

09.30 – 10.30 Uhr             Morgenkreis und gemeinsames Vesper

10.30 – 12.00 Uhr             Zeit für Angebote, Spaziergänge, Geburtstagsfeiern oder Freispiel

12.00 – 12.30 Uhr             Abschlusskreis mit Liedern, Spielen und Geschichten

12.30 – 13.30 Uhr             offene Abholzeit

                                        Zeit für   … Übergabegespräche

                                                        … freies und selbstgesteuertes Spiel

                                                        … kleinere Freispielangebote

                                                        … Naturbeobachtungen

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